Die Medien auf Tonga

Die Medien auf Tonga, der „Insel der Liebe“

Nur knapp 102.000 Menschen bilden die Gesamtbevölkerung der Tongaer, die in dem Inselstaat im Südpazifik leben. Im Gegensatz zu anderen Staaten in Ozeanien war das Königreich Tonga niemals eine Kolonie der Europäer. König Tupou VI. wurde 1959 geboren und regiert das Land seit dem 18. März 2012, nachdem sein Vorgänger und Bruder gestorben war. Das Staatsoberhaupt regiert in einem vergleichsweise bescheidenen Palast aus Holz, der an die Prachtentfaltung europäischer Monarchen nicht heranreicht.

Touristen oder Kreuzfahrtpassagiere, die auf die „Insel der Liebe“ kommen, landen meist in der Hauptstadt Nuku`alofa. Sie werden bei ihrem ganztätigen Aufenthalt einige Eindrücke sammeln und vermutlich über die vielen dicken Tongaer staunen. Einige Reedereien haben Tonga mit im Programm auf ihren Südseereisen.

Interessant ist auch ein Einblick in die Medienwelt des Mini-Staates, denn die modernen Zeiten haben Tonga durchaus nicht unberührt gelassen. Drei Wochenzeitungen gibt es auf Tonga, wovon eine rein englischsprachige in Auckland/Neuseeland herausgegeben wird. Die anderen beiden sind zweisprachig. Es gibt außerdem eine regierungskritische Monatzeitung und weitere kirchliche Blätter, die monatlich erscheinen. Seit dem Jahr 2000 können die Tongaer einen staatlichen TV-Sender schauen, aber auch einen privaten. Vier Radiosender verbreiten Nachrichten, Musik und Unterhaltungen. Es hat immer wieder mal Absätze von Zensur gegeben auf Tonga, beispielsweise wenn eine Gazette den König anprangerte.

Seit 2003 sollte die Presse „tongaisiert“ werden, was einer eingeschränkten Pressefreiheit gleichkam. Presslizenzen wurden nur noch an royalistisch oder kirchlich orientierte Blätter vergeben, die kritische Berichterstattung war nicht mehr erwünscht. Inzwischen hat sich die Kontrolle der Presse seitens des Staates wieder vermindert.